Auf dieser Seite können Sie sich mit den folgenden drei Beispiele in die Denkweisen der Kinder zum Thema halbschriftliche Addition sensibilisieren.
In den verschiedenen Schülerdokumenten können auftretende Fehlermuster und individuelle (aber richtige) Vorgehensweisen zum Thema erkannt und auf neue Aufgaben übertragen werden.
Faith bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Faith vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 252 + 484 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch. Faith verändert, wie in den Beispielen oben, ihre Additionsaufgabe auch hier zwar korrekterweise mit dem gleichen Wert (2), aber gleichsinnig (252 - 2 / 484 - 2) statt, wie regelgerecht für die Addition, gegensinnig (-2 / +2). Sie muss also eigentlich 250 + 486 rechnen, um das Konstanzgesetz der Addition richtig zu berücksichtigen.
Das halten wir für unwahrscheinlich. In diesem Beispiel wird, im Unterschied zu oben, korrekterweise gegensinnig verändert, aber nicht mit dem gleichen Wert, da der erste Summand (252) um 2 verringert (252 - 2 = 250) und der zweite Summand nur um 1 erhöht (485 + 1) wird.
Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass das Kind hier beide Summanden auf "glatte Zehner" (250 und 480) abrundet. Somit wird zwar auch fälschlicherweise gleichsinnig statt gegensinnig verändert, aber anders als in den Beispielrechnungen oben, nicht um den gleichen Wert (-2 / -4).
Pamela bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Pamela vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 126 + 397 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch. Wie in den Beispielaufgaben oben, gleicht Pamela ihre Hilfsaufgabe (hier 397 + 3 = 400) immer aus, indem sie den Ausgleichswert (hier +3) zur Zwischensumme (hier 526) hinzuaddiert, unabhängig davon, welchen Summanden sie wie verändert. Im Beispiel müsste sie minus rechnen (526 - 3), da sie ja 400 statt 397 addiert und somit 3 mehr, als sie eigentlich sollte.
Das denken wir nicht. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass das Kind hier vielleicht, anders als in den Beispielaufgaben oben, erst die Hilfsaufgabe und dann aber schrittweise rechnet. Nachdem vermutlich die Hunderter des zweiten Summanden (die 400 der Hilfsaufgabe) zum ersten Summanden addiert werden, werden im zweiten Schritt die noch verbleibenden 97 des zweiten Summanden zu der Zwischensumme (526) hinzu addiert.
Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass im Unterschied zu oben, in diesem Beispiel die Hilfsaufgabe separat (397 + 3) gerechnet bzw. notiert und dann mit dem Zwischenergebnis (400) weitergerechnet wird . Die Hilfsaufgabe wird nicht ausgeglichen (am Ende müsste die 3 wieder abgezogen werden).
Sina bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Sina vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 228 + 237 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch. Wie in den Beispielen oben zeigt Sina hier vermutlich Probleme mit dem Zehnerübergang. Beim Verrechnen der Einer ist das ermittelte Ergebnis immer, so wie auch hier im Beispiel, um 1 zu klein (8 + 7 = 15). Oft ist dies der Fall, wenn die Kinder die Additionsaufgaben noch zählend lösen.
Das denken wir nicht. Im Unterschied zu oben, liegt hier der Fehler darin, dass bei der Verrechnung der Zwischenergebnisse (400 + 50 + 15) vermutlich vergessen wird, den Zehner von der 15 hinzuzurechnen, sodass das Endergebnis um 10 zu klein, also nicht richtig ist. Dabei handelt es sich eher um einen Flüchtigkeitsfehler.
Das halten wir für unwahrscheinlich. Anders als in den Beispielaufgaben oben, subtrahiert hier das Kind vermutlich das Ergebnis der letzten Teilrechnung (15), statt es zu den anderen beiden Teilergebnissen hinzu zu addieren (400 + 50 - 15 statt 400 + 50 + 15).
Das halten wir für wahrscheinlich. Auch in diesem Beispiel ist das Ergebnis wie in den Beispielen oben um 1 zu groß. Dies liegt vermutlich daran, dass der Zählprozess zwar bei 8 begonnen und korrekt durchgeführt wurde, jedoch die dem korrekten Ergebnis folgende Zahl angegeben wird. Sie hat sich vermutlich gedacht: "Ich muss zur 7 insgesamt 8 dazu zählen. Also rechne ich 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15. Das Ergebnis ist also 16."
Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung könnte darin bestehen, dass zunächst an den Fingern von 7 (statt von der 8) bis 10 gezählt wird: 7, 8, 9, 10. Die verbleibenden 4 Finger können dann genutzt werden, um von 10 (statt von 11) weiterzuzählen: 10,11,12,13.